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Begriffe der Grundsteuerreform II.

2022-04-29 , Andreas Giebel

Heute Teil zwei unserer Serie zur bayerischen Grundsteuererklärung.

In Teil eins haben wir Dir zwei wichtige Begriffe erklärt. Hast Du den Beitrag nicht gelesen, dann hohl das gleich nach. Du findest den Beitrag hier im Grundsteuer Blog.

Du solltest jetzt wissen, warum Du als Eigentümer überhaupt eine Grundsteuererklärung abgeben musst und die Begriffe Hauptfeststellung und Hauptfeststellungszeitpunkt sagen Dir auch schon was? Sehr schön, dann können wir weitermachen.

Als letztes haben wir Dir den Hauptfeststellungszeitpunkt erklärt. Dies ist der 01. Januar 2022. Alle Angaben in der Grundsteuererklärung sind auf diesen Zeitpunkt zu machen.

Ein Beispiel um es für Dich verständlicher zu machen

Angenommen Du verkaufst Dein Haus zum 25. Mai 2022. Dann warst Du am 01. Januar 2022 noch Eigentümer des Hauses. Da der maßgebliche Zeitpunkt für die Grundsteuererklärung die Verhältnisse zum 01. Januar 2022 waren, musst Du als Veräußerer eine Grundsteuererklärung für das bereits verkaufte Grundstück abgeben. Auf den Erwerber findet zum 01. Januar 2023 eine sogenannte Zurechnungsfortschreibung statt. Zu den Fortschreibungsarten werden wir einen extra Beitrag machen. Wenn Dich das interessiert, folge uns hier auf Instagram oder Facebook.

Du weißt jetzt, dass der jeweilige Eigentümer eines Grundstücks die Grundsteuererklärung beim Finanzamt einreichen muss.

Sonderfall: Erbbaurecht und Gebäude auf fremden Grund und Boden

Es gibt aber auch Sonderfälle des Eigentums an einem Grundstück bzw. an Gebäuden. Hierzu zählt das Erbbaurecht und das Gebäude auf fremden Grund und Boden.

Das Erbbaurecht ist das Recht, ein Gebäude auf fremdem Grundstück zu bauen oder zu kaufen. Beim Erbbaurecht gibt es einen Erbbauberechtigten und einen Erbbaubverpflichteten. Der Erbbauverpflichtete ist der Eigentümer des Grund und Bodens. Der Erbbauberechtigte ist Eigentümer des auf dem Grundstück errichteten Gebäudes. Hier muss der Erbbauberechtigte die Grundsteuererklärung abgeben.

Bei Gebäude auf fremden Grund und Boden muss nach dem bayerischen Grundsteuergesetz der Eigentümer des Grund und Bodens eine Erklärung abgeben und der Eigentümer des Gebäudes eine weitere Erklärung. Im Bundesmodell ist dagegen nur eine Erklärung vom Eigentümer des Grund und Bodens abzugeben.