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Grundsteuererklärung in Baden-Württemberg.

2022-04-29 , Andreas Giebel

Wenn Du Grundstücksbesitzer in Baden-Württemberg bist solltest Du hier weiterlesen. Auch Dein Grundstück muss für Zwecke der Grundsteuer in 2022 neu bewertet werden. Diese Neubewertung wird auch als Hauptfeststellung bezeichnet.

Wie die Hauptfeststellung in Baden-Württemberg funktioniert, erklären wir Dir jetzt hier:

Grundsätzlich erfolgt die Ermittlung der Grundsteuer im Rahmen der Grundsteuerreform nach folgendem Prinzip:

Zuerst wird ein Grundsteuerwert ermittelt. Dieser wird dann mit einer Steuermesszahl multipliziert. Dadurch ergibt sich der Grundsteuermessbetrag. Dieser wird dann mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert. Das Ergebnis ist die zu zahlende Grundsteuer. Für die Feststellung des Grundsteuerwertes und des Grundsteuermessbetrages ist das Finanzamt zuständig. Die Festsetzung der Grundsteuer übernimmt die Gemeinde.

Hier nochmal die Formel:

Grundsteuer = Grundsteuerwert x Steuermesszahl x Hebesatz

Außerdem, wichtig zu wissen ist, dass Baden-Württemberg sein eigenes Gesetz zur Ermittlung des Grundsteuerwerts erlassen hat. Die Ermittlung unterscheidet sich danach in Baden-Württemberg von dem sogenannten Bundesmodell.

Bei der Feststellung des Grundsteuerwerts wird in einem ersten Schritt zwischen Land- und Forstwirtschaftlichen Vermögen (Grundsteuer A) und Grundvermögen (Grundsteuer B) unterschieden.

Heute wollen wir uns lediglich mit dem Grundvermögen, also die Grundsteuer B, beschäftigen.

Hier hat sich Baden-Württemberg für die sehr einfach zu handhabende „Bodenwertsteuer“ entschieden.

Danach müssen Grundstücksbesitzer in Baden-Württemberg zur Ermittlung des Grundsteuerwerts lediglich ihre Grundstücksfläche mit dem Bodenrichtwert multiplizieren. Bodenrichtwerte werden von Gutachterausschüssen auf den Stichtag 01.01.2022 für bestimmte Zonen neu ermittelt. Diese Zonen können ganze Gemeinden oder auch nur einzelne Gebiete z.B. Straßen oder Straßenzüge einer Gemeinde umfassen. Bodenrichtwerte können im Internet abgerufen werden. Sie werden aber auch dem Finanzamt von den Gutachterausschüssen zur Verfügung gestellt. Bisher noch unklar ist, ob das Finanzamt dem Grundstückseigentümer in Baden-Württemberg den Bodenrichtwert von Amts wegen mitteilt.

Unter bestimmten Umständen kann auch ein niedrigerer Grundstückswert angesetzt werden. Dieser muss aber durch ein qualifiziertes Gutachten eines Sachverständigen nachgewiesen werden.

Bei der Steuermesszahl ist zu beachten, dass diese für Grundvermögen grundsätzlich 1,3 v.T. beträgt. Bei Grundstücken die überwiegend zu Wohnzwecken dienen, wird die Steuermesszahl um 30 % ermäßigt. Weitere Ermäßigungen sind für Grundstücke vorgesehen auf den sich Kulturdenkmäler oder Gebäude befinden, welche nach dem Wohnraumfördergesetz gefördert worden.