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Warum werden die Grundstücke neu bewertet?

2022-05-02 , Andreas Giebel

Du bist Eigentümer eine Grundstücks (Einfamilienhaus, Eigentumswohnung, Geschäftsgrundstück etc.) oder vielleicht Land- und Forstwirt, dann wird Dich das Finanzamt auffordern in 2022 eine Feststellungserklärung zur Ermittlung der neuen Grundsteuer abzugeben.

Warum das alles notwendig ist?

Die Grundsteuer ist eine der wichtigste Einnahmequellen der Gemeinden. In 2020 wurden deutschlandweit über 14 Milliarden Euro Grundsteuer durch die Eigentümer an die Gemeinden gezahlt.

Derzeit wird die Grundsteuer auf der Grundlage von sogenannten Einheitswerten ermittelt. Diese sollten ursprünglich im Abstand von sieben Jahren für alle Grundstücke in Deutschland neu ermittelt werden. Dieses Verfahren zur Neuermittlung aller Einheitswerte wird auch als Hauptfeststellung bezeichnet. Die letzte Hauptfeststellung wurde aber aufgrund des gigantischen Verwaltungsaufwands in den alten Bundesländern in 1964 durchgeführt. In den neuen Bundesländern erfolgte die letzte Hauptfeststellung sogar 1935.

Einheitswerte werden durch Bescheid vom Finanzamt festgesetzt. Vielleicht sind Euch schon mal die niedrigen Einheitswerte in den Bescheiden aufgefallen. Dies liegt daran, das die Einheitswerte nach den Wertmaßstäben des letzten Hauptfeststellungszeitpunkts also von 1964 bzw. 1935 ermittelt wurden.

Im April 2018 wurde dann durch das Bundesverfassungsgericht entschieden, das die Ermittlung der Grundsteuer nach den völlig veralteten Einheitswerten nicht mehr dem Grundgesetz entspricht. Dem Gesetzgeber wurde aufgegeben die Werte zur Ermittlung der Grundsteuer aller Grundstücke in Deutschland neu festzustellen. Diese neue Hauptfeststellung wird nun in 2022 auf alle Grundstücksbesitzer zukommen.

 

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  1. Warum das alles notwendig ist?